Was ist Persönlichkeit?
Die Rolle von Persönlichkeit im Wirtschaftsleben
Was ist Persönlichkeit?
Persönlichkeit betrifft die charakteristischen Merkmale von Menschen, die erklären, warum sie tun, was sie tun. Im Allgemeinen war man Jahre lang im Personalbereich der Auffassung, dass die Persönlichkeit für Leistung im Job zum grossen Teil irrelevant ist und dass Belohnungsstrukturen, unter denen Menschen arbeiten, eine viel grössere Rolle spielen. Während der letzten Jahre hat die Persönlichkeit ein Comeback innerhalb der Organisationspsychologie erlebt. Für dieses Comeback stehen drei Signale: Das erste ist die weit verbreitete Popularität von einfach zu verstehenden und schnell durchzuführenden Testverfahren. Sie beschreiben zahlreiche Kompetenzen, Eigenschaften, Verhaltensweisen, Motivation oder Werte. Diese Verfahren werden wissenschaftlich kaum erforscht und treffen daher keine fundierten, langfristigen und validen Vorhersagen. Sie sollten daher auch keine Rolle in der Personalauswahl oder der Bestimmung von Entwicklungsmassnahmen spielen. Dennoch betrachten viele Menschen sie als hilfreich und diese Intuition ist durchaus richtig: Sogar oberflächliches Wissen über die Persönlichkeit einer anderen Person ist nützlich, um sie zu verstehen mit ihr zurechtzukommen und zusammenzuarbeiten. Besonders im Vertrieb oder im Call Center erfreuen sich solche Testverfahren hoher Beliebtheit bis zur „idolhaften“ Verehrung. Das zweite Signal für die Wiederkehr der Persönlichkeit ist die gegenwärtige Begeisterung für Emotional Intelligence (EQ). Die Theorien der EQ Bewegung sind noch ziemlich oberflächlich, aber die Bewegung zeigt auf, dass es für den Erfolg in der Karriere mehr gibt als kognitive Fähigkeiten. Drittens wird in der akademischen Psychologie mittlerweile weitgehend akzeptiert, dass Komponenten des Fünffaktorenmodells (Big Five; Five Factor Modell, FFM) Leistungen im Job weit besser voraussagen als das, was durch Messungen der kognitiven Fähigkeiten vorausgesagt wird.
Die Tatsache, dass die Persönlichkeit wieder eine Rolle spielt, ist eine politische Realität, weniger eine intellektuelle Errungenschaft. Aber da die Persönlichkeit nun wieder zurück ist, wie soll diese konzeptionell erfasst werden? Historisch gesehen hat Freud das Programm festgelegt, indem er argumentiert, dass die wichtigste Verallgemeinerung, die wir über Menschen machen können, die ist, dass jeder irgendwie neurotisch ist, und dass das wichtigste Problem im Leben die Überwindung der eigenen Neurose ist. Dies war das falsche Programm. Unserer Ansicht nach ist die wichtigste Verallgemeinerung, die wir über Menschen machen können die, dass sie immer in Gruppen leben, und dass jede Gruppe eine Statushierarchie hat. Auf dieser Grundlage können wir schlussfolgern, dass die grossen Probleme im Leben darin bestehen, mit anderen Menschen auszukommen, während man einen gewissen Status in seinem eigenen sozialen Umfeld erreicht – d.h. Auskommen und Weiterkommen. Der restliche Standpunkt, der sich sozialanalytische Theorie nennt, kann in zwei der folgenden Punkte zusammengefasst werden.
1. Was wollen die Menschen wirklich?
Die Menschen wollen drei Dinge:
- Akzeptanz, Respekt und Anerkennung;
- Status und die Kontrolle über Ressourcen;
- Vorhersagbarkeit.
Dieses sehr einfache Motivationsmodell sagt uns, was schlechte Manager tun, um die ihnen untergeordneten Mitarbeiter zu demotivieren. Sie behandeln ihr Personal mit Respektlosigkeit. Sie führen Personal übermässig eng, so dass den Mitarbeitern der Sinn für eigene Kontrolle und Autonomie entzogen wird. Und sie kommunizieren nicht, noch geben sie Feedback. Diese drei Praktiken verletzen die wichtigsten menschlichen Bedürfnisse, die in unserem Motivationsmodell zum Ausdruck kommen.
2. Was ist Persönlichkeit?
Persönlichkeit sollte aus zwei Perspektiven heraus definiert werden. Erstens existiert eine Persönlichkeit aus dem Inneren heraus, die Identität genannt wird. Dies ist die Person, die Sie zu sein glauben und definiert sich am besten durch Ihre Hoffnungen, Träume, Ambitionen, Ziele und Absichten – d.h. Ihre Werte. Zweitens gibt es eine Persönlichkeit von aussen, die sich Reputation nennt. Dies ist die Person, die andere in Ihnen sehen, und die sich am besten durch das Fünffaktormodell definiert – d.h. in Hinsicht auf Selbstvertrauen, Geselligkeit, Integrität, Charme und Kreativität bzw. ihre Gegenteile. Es gibt oft wesentliche Ungleichheiten zwischen der Identität einer Person und seiner/ihrer Reputation, und die Größe der Ungleichheit steht in Zusammenhang mit dem Erfolg in der Karriere. In Feedbackgesprächen nach einem Assessment ist es wichtig, Identität und Reputation zu kontrastieren, um der Person eine realistische Einschätzung ihrer Wirkung auf andere zu geben. Ohne die Einschätzung der Wirkung auf andere, kann keiner effektiv arbeiten, managen oder führen. Gerade Führungskräfte sind nicht per Positionsbeschreibung Chef, sondern erst durch die freiwillige Gefolgschaft ihrer Mitarbeiter – und die hängt von der Reputation von der Wirkung ab.
Zur Vorhersage von Verhalten und Erfolg im Unternehmen ist es wichtig, Potenziale, Risiken und Werte von Personen vorherzusagen und dabei individuelle Unterschiede herauszustellen, mit anderen Menschen auskommen und weiterkommen zu können. Die Metaberatung GmbH in Kooperation mit Hogan Assessment Systems erbringt diese Leistung verlässlich.