1. Wir hoch sind die Benutzerfreundlichkeit und der Zeitaufwand für die Assessment Teilnehmer?
Die Online Sitzung dauert pro Persönlichkeitstest
ca. 15-20 Minuten, also max. 1 Stunde für HPI, HDS und MVPI. Alle Hogan
Fragebögen, Tests und Berichte können online bei Metaberatung GmbH (www.hoganassessments.de)
oder direkt über das Hogan Assessment Link Online (HALO) bestellt werden;
Zugangscodes dafür gibt es bei Metaberatung GmbH, +49 211 41559590. Das HALO
System ist rund um die Uhr verfügbar und erlaubt eine einfache Verwaltung von
Test IDs und Berichten, sowie verschiedener Berichtsoptionen. Hogan Berichte
werden innerhalb weniger Sekunden automatisch erzeugt und an eine vom Kunden angegebene
e-Mail Adresse versendet oder gedruckt und versendet oder vom Probanden selbst
online eingesehen - je nach Kundenwunsch. Über eine sichere Internetverbindung
(128-bit SSL) können sowohl die Verwaltung als auch die Durchführung der
Fragebögen komplett online sicher erfolgen.
2. Welche Anforderungen werden an den Anwender gestellt?
Es bestehen keine Anforderungen an die
Anwender ausser an einem Internet-fähigen Computer arbeiten zu können und die
Grundzüge eines Webbrowsers zu kennen. Die Fragebögen wären sogar für einen
Schüler mit dem Kenntnisstand der vierten Grundschulklasse verständlich.
3. Welche Unterstützung gibt es für Personen/Unternehmen, die Hogan einsetzen? Gibt es über die Zertifizierungen hinaus Schulungen oder Erfahrungsaustausch (Foren/Plattformen)?
Metaberatung GmbH bietet Hogan Workshops
zum Marketing der verschiedenen Hogan Berichte an. Unsere Mitarbeiter stehen
für technische und inhaltliche Fragen bis zu konkreten Tipps in
Feedback-Situationen jederzeit zur Verfügung. Nachschulungen („Refresher“) und
Supervision sind möglich und werden nach Aufwand berechnet. Zertifizierte
Kunden können in Gruppen der Sozialen Netzwerke Xing und LinkedIn aktuelle
Informationen einsehen, Fragen stellen und online Erfahrungen austauschen. Je
nach Auftragsvolumen bieten wir weitere kostenlosen Dienstleistungen an, z.B.:
Prozessgrobdesign für Auswahl- und Entwicklungsprojekte, Klärung von EU Safe
Harbor und weiteren Datenschutzanforderungen, Pflichtenheft für Integration in
IT Systeme oder Unterstützung des internen Marketings.
4. Können Berichte den Kundenbedürfnissen angepasst werden?
Es ist möglich, massgeschneiderte Berichte
für Kundenunternehmen im jeweiligen CI Branding und auch entlang der
Dimensionen des Kompetenzmodells des Kunden anzufertigen.
Als weitere kundenspezifische Berichte
liefert Hogan auch umfangreiche technische Kundendokumentationen zur Erstellung
von positionsspezifischen Anforderungsprofilen, zu Validierungsstudien und zu
Gruppenanalysen.
Individuelle Anpassung der Fragebögen an
sich (z.B. durch Item-Elimination) gibt es aus statistischen und
testtheoretischen Gründen nicht, da sonst die Auswertungsschlüssel und Normwerte
nicht mehr stimmig wären.
5. Besteht die Möglichkeit, die Administration in firmeneigene Software zu integrieren?
Einer individuellen Anpassung der Berichte
und der Einbindung in andere Systeme sind keine Grenzen gesetzt. Dafür gibt es
technische Schnittstellen zu zahlreichen „Applicant Tracking Systemen“ und
anderer HR Software wie eRecruit Module of Peoplesoft, ADP Systems, ERC
Dataplus, Inc., Hiredesk, HR Logix, Kenexa, Pan (VITA), Peopleclick, Inc.,
Resume Mirror, Inc., Taleo Corporation Portale und vielen mehr. Die Anbindung
an Kunden-Intranets kann realisiert werden.
Solche Integrationen können von der
Nutzung einer Webseite mit Firmenlogo, von der der Kandidat bei der
Präsentation der Ergebnisse wieder in das firmeneigene ATS zurückgleitet wird,
bis hin zu einer völlig nahtlosen Einbindung reichen, bei der der Fragebogen
für den Kandidaten innerhalb des ATS präsentiert wird und so als eine weitere
Stufe des Bewerbungsprozesses im firmeneigenen Bewerbersystem erscheint. Der Kandidat
wird den Eindruck bekommen, nie das System des Kunden verlassen zu haben und
kann, sobald er die Bearbeitung abgeschlossen hat, sekundenschnell die
Ergebnisse seines Fragebogens in seinem ATS-Account erhalten.
6. Welche zusätzliche Datenbankenanwendungen und Statistikfunktionen werden unterstützt?
Gruppenauswertungen sind auf Wunsch sofort
machbar. Ergebnisse werden entweder nur als Daten mit Grafiken oder mit
ausführlichem Bericht über alle drei Fragebögen geliefert. Normen sind je nach
Marktreife für entsprechende Länder und Zielgruppen entwickelt. Die Güte
(Verlässlichkeit der statistischen Annahmen - wie bspw. Normalverteilung der
Skalen und die Faktorenstabilität sowie Konsistenz und Test-Retest
Reliabilität) werden fortlaufend durch unsere Forschungsabteilungen geprüft.
Validierungsstudien werden regelmässig für Kunden und in eigener Sache
durchgeführt. Hogan Assessment Systems verfügt über eine grosse Anzahl von
Validierungsstudien mit tatsächlichen Kunden, die alle gemäss den
APA-Richtlinien (Uniform Guidelines der
American Psychological Association) erstellt wurden. Damit können
Validierungsergebnisse für fast jede Position weltweit zur Verfügung gestellt
werden - derzeit fast 400. Bevor Hogan Schwellenwerte (Cut-Off scores)
anbietet, soll nachgewiesen sein, dass die jeweiligen Hogan Fragebögen valide Vorhersagewerte
für Leistungen am Arbeitsplatz liefern. Diese kunden- und positionsspezifischen
Schwellenwerte können dann in Hogan Berichten hinterlegt werden, um Bewerber
auszuwählen.
7. Wie hoch ist die Anforderungsrelevanz, d.h., können Anforderungsprofile erhoben und hinterlegt werden?
Das Hogan Job Evaluation Tool (JET)
befragt als online Instrument ca. 15 Experten beim Kunden und gegebenenfalls
weitere Experten, die Kenntnisse der Position haben, nach leistungsfördernden
Eigenschaften der Position, möglichen Leistungsbarrieren, der Arbeitsumgebung,
dem notwendigen Denkvermögen und den benötigten Kompetenzen. Unterschiedliche
Formen von Validierungsstudien sind möglich und empfohlen, um kunden- und
positionsspezifische Schwellenwerte in den Hogan Berichten zu hinterlegen, um
Bewerber auszuwählen.
8. Wir hoch ist der online Grad der Anwendung?
Hogan ist 100% online: Von der Bestellung
über die Zuteilung der IDs an den Kunden und die Bearbeitung der Fragebögen bis
hin zur Erstellung und dem Versand der Berichte per e-Mail ist der Prozess
automatisiert und gegen Benutzerfehler gefeit. So kann demnach bis zur
Erstellung des Berichts höchste Objektivität garantiert werden. Dafür steht
seitens Hogan Assessment Systems (HAS) ein eigenes IT System zur Verfügung
(HALO), das auch von Kunden direkt genutzt werden kann. Alle Anwendungen und
Auswertungsroutinen stehen auf den Rechnern der Hogan Assessment Systems zur
Verfügung. Das Datenmanagement erfolgt in einem gesicherten Data-Center in
Dallas (USA).
9. Was für Berichte gibt es und für was werden die Berichte herangezogen?
Hogan Berichte gibt für
Personalauswahlverfahren (HoganSELECT), für die Personalentwicklung
(HoganDEVELOP) und für die Führungskräfteentwicklung (HoganLEAD). Sie reichen
von einfachen Kurzberichten bis hin zur ausführlichen Beschreibung des Stärken-
und Schwächenprofils einer Person mit detaillierten Entwicklungshinweisen. Die
Ergebnisse werden neben Ausführungen in Textform auch graphisch anschaulich
dargestellt. Hogan Berichte sind in über 40 verschiedenen Sprachen verfügbar
und leicht verständlich geschrieben.
Normen liegen für viele Länder und
Hierarchieebenen vor, anhand derer die Fragebögen ausgewertet werden können, um
sinnvolle Aussagen über die Person im Bezug auf eine gewählte Vergleichsgruppe
machen zu können (z.B. 80% aller Personen in der Global General Norm haben eine
gleich hohe oder niedrigere Ausprägung bei Ehrgeiz wie Sie).
10. Was sagen die Hogan Fragebögen voraus?
Hogan sagt sowohl subjektive als auch
objektive Leistungsindikatoren am Arbeitsplatz voraus.
11. Wie viele Sprachen sind verfügbar?
Hogan Assessment Systems sind in über 40
Sprachen verfügbar und zwar in allen wesentlichen Regionen der Welt, britisches
und amerikanisches Englisch, Russisch, Arabisch und Chinesisch eingeschlossen,
s.a. http://www.hoganassessments.de/sprachenuebersicht.html.
12. Wie kann Hogan helfen, Kosten durch die Auswahl von Mitarbeitern zu senken?
Je nach Rekrutierungsquote, Level der Eignung
der Bewerber und bereits bestehenden Auswahlmechanismen kann Hogan
Organisationen helfen, ihre Einstellungsentscheidungen um bis zu 20% bis 40% zu
verbessern. Es werden Fluktuation und Facharbeitermangel reduziert und
Kundendienst und -zufriedenheitsratings verbessert. Ebenso liegen Studien über
erhöhte Verkaufszahlen, reduzierte Arbeitsunfälle und reduzierte Schadenmeldungen
an die Unfallversicherung vor.
13. Wie umfangreich beschreiben die Hogan Fragebögen einen Mitarbeiter oder Kandidaten?
Hogan erfasst relativ stabile
Persönlichkeitseigenschaften und kognitive Leistungsfähigkeit die beschreiben,
wie sich Personen in unterschiedlichen Situationen verhalten und Probleme lösen.
Die Berichte von Hogan geben Hinweise auf den Arbeitsstil, der einem Mitarbeiter
besonders liegt und die Verhaltensweisen, die Mitarbeiter besonders leicht „von
der Hand“ gehen. Es wird ein umfassendes Bild persönlicher Eigenschaften in
Bezug zu Erfolg in der Wirtschaft und dem eigenen Karrierepotential beschrieben.
Dazu gehört die Fähigkeit, in verschiedenen Stellen andere zu führen und
Aufgaben zu managen. Aber auch die Verhaltensrisiken, die vor allem unter
Stress zum Tragen kommen, werden analysiert, sowie die Werte und Antreiber, der
Denkstil und das taktische und strategische Schlussfolgern.
15. Wie werden die Ergebnisse ausgewertet?
Die Dateneingabe der Kandidaten (also die
Antworten auf den Fragebogen) erfolgt über eine SSL verschlüsselte Verbindung (128-bit)
über das Internet und die Auswertung erfolgt zentral in einem geschützten Data-Center
in den USA. Zur Auswertung der Skalen und Unterskalen werden vorab festgelegte
Auswertungsalgorithmen genutzt, wobei der gesamte Prozess auf elektronischem
Weg erfolgt; so kann sichergestellt werden, dass die Ergebniswerte nicht durch
ein persönliches Urteil beeinflusst werden. Der Auswertungsschlüssel für den
elektronischen Algorithmus wurde nie und wird niemals veröffentlicht. Nach der
computergesteuerten Erstellung des Berichts ist es für die Interpretation der
Ergebnisse wichtig zu wissen, welche Informationen jeder Fragebogen liefert;
grundsätzlich sollten die Fragebögen nie ohne den spezifischen
Anwendungskontext interpretiert werden. Wir empfehlen, vor der Anwendung der
Hogan Verfahren an einer Zertifizierung teilzunehmen, um sich mit den Inhalten
der Verfahren vertraut zu machen und den Umgang mit den Verfahren einzuüben.
16. Wie sind die 5 Fragebögen theoretisch aufgebaut?
Der Hogan
Personality Inventory (HPI) misst die normale Persönlichkeit. Er dient in
erster Linie der Personalauswahl, dem Einzelassessment, der Entwicklung sowie
Karriereentscheidungen. Er stellt detaillierte Informationen über die „starke
Seite“ der Persönlichkeit eines Menschen dar, so wie sie sich in sozialer
Interaktion zeigt und wie sie die Fähigkeiten einer Person fördert oder
behindert, mit anderen Menschen zurecht zu kommen und eigene Ausbildungs- und
Berufsziele zu erreichen.
Der Hogan
Development Survey (HDS) wurde entwickelt, um 11 allgemeine dysfunktionale
Dispositionen zu erfassen. Diese Dispositionen sind (a) versursacht durch die
verzerrte Annahme eines Menschen darüber, wie andere ihn oder sie behandeln
werden und (b) beeinflussen die Karriere und Lebenszufriedenheit eines Menschen
negativ. Als Hintergrundinformation zum besseren Verständnis des HDS ist es
wichtig zu wissen, dass die 11 Dimensionen eine Entsprechung zu den Persönlichkeitsstörungsbildern des DSM-IV
(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric
Organisation) haben. Der HDS ist aber kein klinisches Assessment Instrument.
Der Motives,
Values, Preferences Inventory (MVPI) wurde mit zwei wichtigen Absichten
entwickelt. Erstens erlaubt es eine Eignungsbeurteilung zwischen einer Person
und einer Organisation und ihrer Kultur. Das ist besonders deswegen wichtig, da
egal wie talentiert und hart arbeitend jemand sein kann, falls seine oder ihre
Werte nicht kompatibel zu denen der Unternehmenskultur sind—und die Kultur ist
oft definiert durch die Werte des Top Managements—wird er oder sie keine gute
Leistungen in dieser Organisation erbringen. Zweitens ist der MVPI ziemlich
einzigartig da er eine direkte Messung der Motive einer Person erlaubt. Ein
herkömmlicher Test erlaubt lediglich einen Rückschluss auf die Motive einer
Person basierend auf die jeweils zum Ausdruck gebrachten beruflichen
Entscheidungen. Vom MVPI hingegen kann man direkt das Ausmass ablesen in
welchem z.B. jemand durch Geld, Sicherheit oder Spass bei der Arbeit motiviert
ist.
Der Hogan
Business Reasoning Inventory (HBRI) liefert im oberen kognitiven Bereich
(überdurchschnittlich Intelligenz) eine hervorragende
Differenzierungsmöglichkeit zwischen Testteilnehmern. Der Test liefert eine
geschäftsbezogene Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten auf der Grundlage der
Unterscheidung zwischen taktischem und strategischem Denkvermögen und des
Denkstils. Er wird wie alle anderen Hogan Tests online, aber unter Aufsicht
durchgeführt.
Der Hogan
Advantage bietet ein schnelles (5 Minuten) online Assessment zur Auswahl
von Bewerbern. Er trifft Aussagen zur Arbeitsmarktfähigkeit eines Bewerbers und
ist besonders bei grösseren Personalauswahlverfahren und Bewerberströmen
nützlich. Die Testdimensionen sind Zuverlässigkeit, Stressresistenz und
Kundenorientierung. Die rund 70 Fragen entstammen dem Hogan Personality
Inventory.
17. Rufen manche Arbeitsumgebungen mehr entgleisendes Verhalten hervor als andere?
Die HDS Skalen erfassen dysfunktionale
Verhaltenstendenzen, die möglicherweise während sehr belastender Perioden am
Arbeitsplatz an den Tag gelegt werden. Daher kann es sein, dass sehr
stressbehaftete Stellen (z.B. Manager, Rettungsdienst) mehr entgleisendes Verhalten
hervorrufen als routiniertere Tätigkeiten. Natürlich birgt jedoch jeder Job ein
gewisses Belastungslevel, deswegen können die entgleisenden Verhaltenstendenzen
bei jeder Art von Arbeit vorkommen.
18. Wie kann es sein, dass eine Person sehr auffällige HDS Werte hat und sich diese aber gar nicht im Verhalten zeigen?
Auffällige HDS Werte deuten ein Risiko für
negatives Verhalten am Arbeitsplatz an. Durch Selbsterkenntnis, Coaching oder
andere Personalentwicklungsmassnahmen können Individuen lernen, Risiken zu
beherrschen und die negativen Verhaltensweisen zu minimieren.
19. Gibt es kulturelle, altersbedingte oder geschlechtliche Unterschiede in den Tendenzen, entgleisendes Verhalten zu zeigen?
Die Forschung von Hogan - in Verbindung
mit Peter Berry Consultancy - hat ergeben, dass es eher geringe Unterschiede in
negativen Verhaltensweisen zwischen Subgruppen gibt. Diese Unterschiede sind
zwar statistisch signifikant, aber der Effekt ist nicht besonders gross. Daher
misst man aus praktischen Gründen diesen Gruppenunterschieden eher weniger
Bedeutung zu.
Nichtsdestotrotz sollte in diesem
Zusammenhang dennoch die mögliche nachteilhafte Auswirkung auf Mitglieder
bestimmter Gruppen in Betracht gezogen werden, v.a. wenn die Instrumente für
Personalauswahlentscheidungen genutzt werden. Kein Hogan Selektionsprofil wurde
bisher wegen Benachteiligung bestimmter Gruppen vor Gericht angefochten.
20. Welche HDS Entgleisungstendenzen sind häufiger, welche seltener zu beobachten?
Insgesamt kommen keine der HDS
Verhaltensrisiken öfter vor als andere. Aber manche Entgleisungstendenzen
können natürlich dennoch in spezifischen Kontexten oder Berufsgruppen als besonders
nachteilig beurteilt werden. Beispielsweise wird durch die Hogan Forschung
offensichtlich, dass Manager und Führungskräfte vorsichtiger, anmassender,
verschlagener, buntschillernder und phantasiereicher sind als andere
Berufsgruppen. Es kann also sein, dass Manager sich ungünstig verhalten, wenn
sie unnötige Risiken auf sich nehmen (verschlagen), bestimmte Moden mitmachen
und sich ihrem Vergnügen hingeben (buntschillernd), es vermeiden,
Entscheidungen zu treffen (vorsichtig) oder verrückte Ideen verfolgen nur um
anders zu sein (phantasiereich).
21. Wie würden Sie offensichtliche Widersprüche zwischen HPI und HDS Verhaltenstendenzen erklären? Kommen die einen stärker zum Tragen als die anderen?
Offensichtliche Widersprüche zwischen
Skalen eines Fragebogens oder verschiedenen Fragebögen liefern wertvolle
Erkenntnis über das Verhalten eines Individuums. Daher sollten diese Widersprüche
nicht unbedingt als Messfehler bezeichnet werden. Man sollte sie eher genauer
untersuchen um herauszufinden, welche einzigartige Kombination von
Persönlichkeitsfaktoren am Arbeitsplatz zum Tragen kommt.
22. Welche Entgleisungstendenzen sind schwierig zu coachen und welche können eher abgeschwächt werden?
Aus der Perspektive des Coaching können
solche Entgleisungstendenzen selbst dann sehr herausfordernd sein, wenn das
beobachtete Verhalten am Arbeitsplatz nur wenig abweichend ist. Beispielsweise
können Verhaltensweisen, die mit einem auffälligen HDS Wert auf der
Vorsichts-Skala assoziiert sind (d.h. dem Widerwillen, Entscheidungen zu
treffen), in der Praxis nur sehr schwer zu entdecken und daher auch schwierig
zu coachen sein. Umgekehrt sind die negativen Verhaltenstendenzen, die viel
beobachtbares Verhalten am Arbeitsplatz produzieren einfacher zu verändern und
verbessern. Zum Beispiel sind Verhaltensweisen, die mit einem auffälligen HDS
Wert auf der Sprunghaftigkeitsskala (d.h. emotionalen Ausbrüchen und
Überreagieren in Stresssituationen) assoziiert sind, leicht zu entdecken und zu
coachen.
23. Gibt es eine Item-Gewichtung im HPI?
Nein. Im HPI wird summatives Scoring
verwendet um für die Subskalen (Homogenous Item Composites, HICs) und für die
Primärskala Werte zu berechnen. Auf die gleiche Art und Weise werden auch der
Hogan Development Survey (HDS) und der Motives, Values, Preferences Inventory
(MVPI) ausgewertet. Hogan nutzt in keinem Fall eine Gewichtung von Items für
das Auswerten der (Sub-)Skalen.
24. Wie hat Hogan die Subskalen des HPI konstruiert?
Bei der Entwicklung des HPI haben Hogan
& Hogan festgestellt, dass jede der sieben Primärskalen der normalen
Persönlichkeit sich auf eine Gruppe verwandter Subthemen herunter brechen
lässt. Beispielsweise enthält die Ausgeglichenheitsskala Themen wie Sorge,
Bereuen, Beschwerden, Geduld und Reizbarkeit. Da die Items dieser Subthemen zu
einem Cluster gehören, werden sie auch Homogenous Item Composites, oder HICs
genannt. Die Forschung und Entwicklung bei Hogan hat diese HICs daraufhin
verfeinert und hat schliesslich insgesamt 41 HICs für die sieben Primärskalen
feststellen können. Dieses Ergebnis reflektiert einen 30-jährigen Prozess der
Itementwicklung, der empirischen und theoretischen Verfeinerung und
wiederholten Faktorenanalysen.
25. Wie wurde entschieden, welche Subskala zu welcher Dimension gehört?
Im HPI Manual wird angemerkt, dass manche
der Subskalen mit mehr als einer der Primärskalen in Verbindung stehen. Die
endgültige Entscheidung der Platzierung der Subskalen war ein langer Prozess
von Pilotstudien, darauffolgender Verfeinerung und Faktorenanalysen.
Beispielsweise ist die Subskala Empathie der Ausgeglichenheitsskala anstatt dem
Zwischenmenschlichen Feingefühl zugeordnet, da (a) Korrelationen dieser
Subskala mit Ausgeglichenheit höher als mit Zwischenmenschlichem Feingefühl
sind und (b) sich aus Faktorenanalysen ergeben hat, dass Empathie auf der
Ausgeglichenheitsskala hoch lädt.
26. Warum zeigen manche HPI Skalen eine schiefe Verteilung?
Die Schiefe der Verteilungen einiger
Skalen ist über die Zeit entstanden. Dabei versucht Hogan diesem Prozess
entgegen zu wirken; währenddessen wird dieses Phänomen in den Testwerten
kompensiert. Das Entfernen von Items aus den Skalen würde grosse Probleme
verursachen, die sich auf das gesamte internationale System auswirken würden. Deswegen
muss Hogan vorsichtig vorgehen.
27. Wie ist der HPI strukturiert?
Basierend auf dem Fünf Faktoren Modell wurde
der HPI wie folgt aufgebaut: Für ein bestimmtes Thema oder Konzept, wie bspw.
Soziale Umgänglichkeit („sociability“) wurde die Dinge bestimmt, die eine
Person sagen oder tun könnte, um den Eindruck zu hinterlassen, dass sie
entweder schüchtern oder extravertiert ist. Dann wurden Fragen geschrieben, die
dieses Urteil reflektieren. Zum Beispiel, „Ich hasse es, vor einer Gruppe zu
sprechen“ mag eine eher introvertierte Frage sein und „Ich mag es, neue Leute
zu treffen“ könnte eine eher extravertierte Frage sein. Nachdem mehrere Fragen
für ein Thema geschrieben wurden, wurde untersucht, inwieweit diese Fragen eine
zusammenhängende Gruppe bilden und inwieweit diese Gruppe von Fragen die
Reputation, also den Ruf einer Person vorhersagt im Sinne von (a)
Eigenschaftsbeschreibungen unabhängiger Dritter und (b) subjektiv und objektive
erhobener Leistung am Arbeitsplatz. Hogan hat den Zusammenhang zwischen den HPI
Antworten erwerbstätiger Erwachsenen seit den 70er Jahren studiert. Im Ergebnis
weiss Hogan Assessment Systems sehr gut, wie Menschen konsistent andere
Menschen beschreiben, die auf die Fragebögen so oder so antworten.
28. Man gewinnt den Eindruck, dass Hogan bei den Ergebnisberichten lediglich zwischen niedriger, mittlerer und hoher Ausprägung unterscheidet. Ist das richtig?
Hogan bietet sehr elaborierte
Ergebnisberichte an, die ein wichtiges Kriterium unserer Kunden erfüllen -
Einfachheit. Der EXPRESS und FIT Bericht sind einfach Berichte, die das Fällen
von Entscheidungen erleichtern sollen. Recruiter benötigen dafür keinen sehr
detailreichen, interpretativen Text, sondern eine zielführende Fakten. Aus
diesem Grund haben die EXPRESS und FIT Berichte auch nur drei Kategorien. Wenn
Sie eine tiefergehende Interpretationen der Testwerte wünschen, können Sie sich
für den BASIS Bericht für die Personalauswahl oder aber einen anderen aus der
HoganDEVELOP oder HoganLEAD Serie entscheiden. Um in der Lage zu sein, bei den
EXPRESS und FIT Berichten einzelne Nuancen zwischen Ergebnissen sicherer
herausstellen zu können (z.B. den Unterschied zwischen einem Wert von 70 oder
95 auf der Sozialen Umgänglichkeitsdimension), sollten Sie ein Hogan Training
absolvieren oder einen zertifizierten Hogan Nutzer / Berater kontaktieren. Die
automatisch erstellten Berichte enthalten weder diese detaillierte Ebene, noch
könnten sie in dieser Hinsicht so akkurat wie ein trainierter Gutachter sein.
29. Gibt es noch andere zentrale Werte als diejenigen, die im MVPI abgefragt werden?
Für die Entwicklung des MVPI haben die
Hogan Forscher die Theorien und Forschungsergebnisse zu Motiven, Werten und
Interessen aus über 80 Jahren ausgewertet. Obwohl vielleicht die Benennungen in
früheren Taxonomien sich von denen im MVPI unterschieden, besteht eine grosse
Überschneidung zu Einstellungen, Werten, Bedürfnissen, Interesse und Zielen,
die vorherige Forscher als Kerndimensionen identifiziert haben. Die früheren
Forschungsergebnisse können ziemlich genau unter den 10 Kernkonzepten des MVPI
zusammengefasst werden.
30. Was für Einflüsse haben Lebensumstände und kritische Ereignisse auf die MVPI Skalenwerte?
Obwohl Menschen ein Ausgangsniveau an
Werten und Vorlieben haben, können sich diese Level durchaus in bestimmten
Kontexten in Abhängigkeit von Lebensumständen oder kritischen Lebensereignissen
verändern. Zum Bespiel mag es sein, dass eine junge, ledige Person, die nach
der Schule zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht hauptsächlich an einer
guten Zeit interessiert ist (MVPI Genussstreben) und diese der Ordnung und
Vorhersagbarkeit (MVPI Sicherheit) vorzieht. Wenn diese Person aber 10 Jahre
später verheiratet ist, zwei Kinder hat, eine Karriere plant, eine Hypothek
aufgenommen und andere bedeutsame finanzielle Verpflichtungen hat, kann es sein,
dass sie Sicherheit mehr schätzt als das Genussstreben. Auch wenn veränderte
Lebensumstände nicht mit extremen Wertverschiebungen (z.B. von gar keiner
Relevanz auf Sicherheit zur absoluten Priorisierung) assoziiert sind, können
sie zu einer erneuten Evaluation der Werte auf dem Ausgangsniveau führen.
31. Existieren altersbedingte Veränderungen in den Werteinschätzungen? Wenn ja, welche?
Es gibt geringe altersbedingte
Unterschiede in den Motiven, Werten und Präferenzen. Hogan hat herausgefunden,
dass Menschen im Alter von über 40 Jahren mehr Wert auf Geschichte,
Verhaltensregeln und konventionelle Moral (MVPI Tradition) legen als Menschen
unter 40 Jahren. Ein ähnliches Muster lässt sich bei der Sicherheits-Skala
finden: Sicherheit, Vorhersagbarkeit und Ordnung wird von über 40-Jährigen mehr
wertgeschätzt als von jüngeren Personen. Weil diese Unterschiede gegebenenfalls
zu Benachteiligung bestimmter Gruppen im Selektionskontext führen könnten,
werden die MVPI Skala nur in Zusammenhang mit stabileren Prädiktoren des HPI
und HDS interpretiert. Ausserdem weisen wir unsere Kunden daraufhin, dass sie
beim Einsatz des MVPI genau auf den Aspekt der ungewollten Benachteiligung
bestimmter Gruppen achten sollen.
32. Unterscheiden sich die MVPI Profile zwischen Kulturen?
Die Werte zwischen verschiedenen
Übersetzungen unterscheiden sich nicht nur wegen der Kultur (für eine
Zusammenfassung siehe auch Meyer & Foster, 2008). Dennoch zeigt ein
aktuelles Forschungsprojekt („Research on Australia’s Workforce DNA“), das die
Arbeitskräfte in Australien, Neuseeland, den USA und Grossbritannien
untersucht, dass eher geringe Unterschiede in den Werteprofilen zwischen
Kulturen vorliegen. Aus diesem Forschungsprojekt wird geschlussfolgert, dass
auf allein aufgrund der kulturellen Zugehörigkeit einer Person wenig über seine
Werte sicher ausgesagt werden kann.
33. Sind die Hogan Fragebögen objektiv?
Alle Inhalte der Fragebögen basieren auf
beobachtbaren Verhaltensbeispielen verschiedener Persönlichkeitsmerkmale (HPI),
dysfunktionaler Persönlichkeitsmerkmale (HDS) oder wichtiger persönlicher Werte
und Antreiber (MVPI). Durch die hohe Standardisierung in der Erhebung, der
Datenverwaltung und Auswertung ist eine sehr hohe Objektivität gewährleistet.
Die Objektivität der Verfahren kann noch gesteigert werden, wenn der Kandidat
sicherstellt, dass er bei der Beantwortung nicht gestört wird und wenn die
Anwender der Fragebögen sich vor dem Einsatz der Verfahren mit den Inhalten der
Verfahren von Hogan in einem Zertifizierungsworkshop vertraut machen.
34. Verändern sich die Ergebniswerte über die Zeit? Sollte man die Fragebögen wiederholen?
Die Persönlichkeitsforschung zeigt, dass
die Persönlichkeit eines Individuums auf lange Sicht relativ stabil bleibt.
Menschen sind zwar in der Lage, neue Verhaltensweisen zu erlernen und zu
zeigen, damit geht allerdings nicht zwingend Veränderung der Persönlichkeit
einher. Eine Veränderung der Persönlichkeit ist am ehesten bei so genannten
kritischen Lebensereignissen (Umzug in eine andere Kultur, Verlust des
Arbeitsplatzes) möglich. Meistens haben diese subjektiv als sehr starke
wahrgenommenen Veränderungen aber keinen sehr grossen Effekt auf den Vergleich
mit anderen Personen in der Norm und Personen erhalten weiterhin einen Wert im
unteren, mittleren oder oberen Drittel der Skala. Darüber hinaus führen wir die
Ergebnisse aus den verschiedenen Persönlichkeitsperspektiven im configural
scoring (Rote Fäden) zusammen, die die Grundlage für drei
Entwicklungsempfehlungen darstellen. Isolierte Veränderungen auf einer
Dimension haben auf diese Zusammenführung nur sehr geringen Einfluss. In den
meisten Fällen ist es nicht notwendig, die Fragebögen innerhalb von 5 Jahren
ein zweites Mal durchzuführen.
35. Können Sie konkrete Reliabilitätskennzahlen nennen?
Die HPI interne Konsistenz (Cronbach's α)
liegt zwischen .57 und .83 je Skala. Die Test-Retest (TR) Reliabilität liegt
bei einem zwei bis dreiwöchiges Testintervall zwischen .69 und .87 je Skala.
Wenn acht Jahre zwischen den beiden Messzeitpunkten liegen, bewegt sich die
TR-Reliabilität zwischen .30 und .73 je Skala.
Die HDS interne Konsistenz (Cronbach's α)
liegt zwischen .43 und .68 je Skala. Bei einem dreimonatigen
Test-Retest-Intervall liegt die Reliabilität liegt zwischen .64 und .75. je
Skala. Wenn der Zeitraum neun bis zwölf Monate umfasst, beträgt die
TR-Reliabilität auf .52 bis .75 je Skala.
Die MPVI interne Konsistenz (Cronbach's α)
liegt zwischen .70 und .84 je Skala. Die TR-Reliabilität liegt in einem dreimonatigen
Testzeitraum zwischen .71 und .85 je Skala und bei neun bis zwölf Monaten
zwischen den Testungen bei .70 bis .83 je Skala.
36. Gibt es kulturell oder generationsbedingte Unterschiede in den Skalenwerten?
Gemeinsame Forschung von Hogan Assessment
Systems und Peter Berry Consultancy hat sich mit unterschiedlichen Skalenwerten
für verschiedene Länder und verschiedene Generationen beschäftigt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es zwar geringe Unterschiede in den
Generationen „Baby Boomers“ (geboren zwischen 1946 und 1964), Generation X (Geburtsjahr
1965 - 1977) und Generation Y (Geburtsjahr 1978 - 1994), die jedoch statistisch
nicht signifikant sind. Auf ein Individuum bezogen bedeutet das, dass aufgrund
des Geburtsjahrs einer Person nichts über die Persönlichkeit oder das eigene
Wertesystem ausgesagt werden kann.
37. Wie valide sind die Hogan Fragebögen?
Koeffizienten zur konvergenten
Konstruktvalidität sind in den jeweiligen technischen Handbüchern berichtet und
liegen beim HPI zu Goldbergs „Big Five“ Vergleichsskalen (z.B. NEO-PI-R und
PCI) durchschnittlich zwischen .30 und .69 je Skala. Eine Kriterien-bezogene
Validität (Korrelation von Leistungsdaten und Ergebnissen aus den Fragebögen)
kann für jede Position beim Kunden bestimmt werden. Sollte das nicht möglich
sein, kann die Validität aufgrund von Hogan Archivdaten generalisiert werden
(Validity Generalization).
38. Ist es möglich, Manipulationsversuche aufzudecken?
Fragebögen wie die von Hogan Assessment
Systems habe Validitätsskalen, die es ermöglichen, Fälschungsversuche nach zu
verfolgen und zu messen. Forschungen haben ergeben, dass die Häufigkeit von
Täuschungsversuchen im Rahmen von Personal- und
Führungskräfteentwicklungsprojekten bei fast 0% und bei Auswahlprojekten bei 3%
liegt. Hogan stellt das Ergebnis dieser Messungen in seinen Berichten dar.
Ausserdem misst der HPI die Fähigkeit, die eigene Wirkung auf andere zu steuern
(„impression management“). Dies kann dazu führen, dass jemand einzelne Fragen
in einer sozial erwünschten Weise beantwortet. Diese Fähigkeit sollte bei der
Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.
39. Ist es möglich, dass ein Teilnehmer die Fragebögen so beantwortet, wie er annimmt, dass das die Chancen auf gute Leistung im Job, also auf Beförderung oder Einstellung erhöht?
Generell ist es eher schwierig die
Fragebögen zu verfälschen, weil die Kandidaten (a) nicht wissen, wie die Fragen
ausgewertet werden (z.B. was bedeutet es, ja oder nein zu sagen auf die Frage
„Ich möchte ein Rennfahrer sein“), weil sie (b) nicht wissen können, wie viel
in der Auswertung auf eine bestimmte Eigenschaft geschaut wird (z.B. „Ich bin
ein wettbewerbsorientierter Mensch“ ist schwer zu fälschen, weil man einerseits
denken könnte, das man wettbewerbsorientiert sein sollte, aber man andererseits
auch denken könnte, dass zu viel Wettbewerb die Teamarbeit vereiteln könnte),
weil (c) die meisten Menschen gemäss aktueller Forschungsergebnisse denken,
dass ihre Sicht der Welt die angemessene ist und sie nicht gewillt sind, sich
in ihrer Darstellung gegenüber anderen zu ändern. Folglich, mögen manche
denken, dass sie eine enorme Veränderung ihrer Skalenwerte durch Fälschung
erreicht haben, obgleich sie tatsächlich doch nur die Antwort auf eine von fünf
Fragen einer Unterskala verändert haben. Hogan Assessment Systems schützt sich
dennoch gegen Fälschungen durch die Auswertung von Validitätsskalen, die
anzeigen, ob jemand versucht hat, die Ergebnisse zu fälschen.
40. Welche Kosten entstehen für Akkreditierung und Lizenzierungsformen, welche für Training und Zertifizierung?
Es gibt keine Akkreditierungskosten oder
Lizenzgebühren. Es fallen lediglich Kosten für Berichte und für ein optionales
Training an, welches Bedingung für eine Zertifizierung ist. Zertifizieren
lassen sollten sich diejenigen, die Entscheidungen mithilfe der Hogan Berichte
fällen oder Feedback geben werden. Die Kosten für eine Teilnahme am Hogan
Zertifizierungs-Workshop (2 Tage, inkl. der eigenen Durchführung der Fragebögen
und umfangreicher Materialien auf CD) entnehmen Sie bitte unserer Trainingsbroschüre
(http://www.hoganassessments.de/uebersicht.html). Dieser Workshop ist von Hogan
weltweit standardisiert und wird von Metaberatung GmbH in Lizenz durchgeführt.
Der erste Tag vermittelt Basiswissen über alle drei Fragebögen (HPI, HDS,
MVPI). Der zweite Tag dient dem Einüben der Interpretation der Ergebniswerte
und dem Feedback. Jeder Teilnehmer ist danach persönlich zertifiziert.
Zusätzlich erhalten Teilnehmer die technischen Handbücher sowie Verkaufs- und
Marketingmaterial.
41. Wie viel kosten die Fragebögen?
Investitionen variieren nach Bedarf und
Spezifikation. Sie sind abhängig von den Ergebnisberichten und dem
Bestellvolumen sowie der Anzahl Teilnehmer. Es gibt Berichte aus der HoganLEAD
Serie für Führungskräfte, aus der HoganDEVELOP Serie für das Management und den
Vertrieb sowie aus der HoganSELECT Serie zur Personalauswahl. Es fallen
lediglich transaktions-basierte Kosten an je Bericht. Eine aktuelle Preisliste
finden Sie in unserem Online Shop (http://www.hoganassessments.de/id-bestellung-2011.html).
Es gibt keine Bereitstellungskosten, keine
Jahresgebühren und keine Hotline Kosten. Kunden erhalten einen kostenlosen
Zugang zur Wissensdatenbank (Hogan Lounge) und Hotline. Es gibt keine Verträge
oder sonstigen Bindungen.
42. Wie findet die Eichung und Normierung der Fragebögen statt?
Es existieren umfangreiche Normen auf
verschiedenen Ebenen. So existiert eine globale Norm (Global General Norm), die
einen länderübergreifenden Vergleich erlaubt und mit Ergebniswerten von
Personen verschiedener Kulturkreise und Positionen erstellt wurde. Darüber hinaus sind länder- oder
berufsgruppenspezifische Normen verfügbar. Jede Norm besteht aus mindestens
5000 (und teilweise bis zu 150.000) berufstätigen Erwachsenen. Es finden laufende
Qualitätskontrollen statt und die Normen werden regelmässig auf den neusten
Stand gebracht. Falls es dabei zu einer Änderung der Normen kommen sollte,
werden unsere Kunden sofort von uns informiert.
Je nach Ergebnisbericht können
unterschiedliche Informationen eingebunden werden, die für den jeweiligen Beruf
spezifisch sind (z.B. die Hierarchieebene, aber auch das Arbeitsfeld). Bevor
Sie sich als Anwender der Fragebögen für eine Norm entscheiden möchten, können
Sie uns gerne kontaktieren und wir sind Ihnen behilflich bei der Auswahl!
43. Was ist die theoretische Grundlage der Hogan Fragebögen?
Die Hogan Fragebögen basieren auf der
Sozioanalytischen Theorie, die im Hinblick auf die Persönlichkeit die
Evolutionstheorie, die Soziologie und die klassische Psychoanalyse miteinander
verbindet. Die Sozialanalytische Theorie nimmt an, dass der Mensch von Natur
aus sozial ist und ein Grundbedürfnis nach (a) Akzeptanz von anderen, (b)
Anerkennung und Macht (c) dem Schaffen von Sinnhaftigkeit hat. Wenn Menschen
miteinander interagieren, erschaffen sie ihre eigene Reputation, die die Art
und Weise beschreibt, wie sich diese Menschen grundsätzlich am Arbeitsplatz und
in ihrer Freizeit verhalten. Das heisst, dass die Reputation stabile
Verhaltensmuster widerspiegelt, die Menschen zeigen, wenn sie versuchen, zurecht-
und voranzukommen oder Ordnung und Vorhersagbarkeit in Ihrer Umgebung
herzustellen. Diese Reputation kann durch Hogan Fragebögen vorhergesagt werden.
44. Wie hängen die Ergebnisse aus Hogan Fragebögen mit umfassenden 360° Feedbacks zusammen?
360° Beurteilungsmethoden beschreiben, was
Menschen tun. Die Hogan Fragebögen beschäftigen sich jedoch damit, warum
Menschen etwas tun. Das Verstehen von persönlichen und motivationalen
Eigenschaften ist der Grundbaustein für das Verständnis von Leistungseffektivität.
45. Wie hängen die Skalen der Hogan Fragebögen mit dem Fünf-Faktoren-Modell (FFM) der Persönlichkeit zusammen?
Der HPI war das erste Mass der normalen
Persönlichkeit, das auf dem FFM basiert und für die Voraussage von Leistung am
Arbeitsplatz entwickelt wurde. Die Struktur des HPI und des FFM unterscheiden
sich auf zwei verschiedene Arten: Zunächst wird der FFM Extraversions-Faktor
bei dem HPI durch zwei Skalen erfasst: Soziale Umgänglichkeit und Ehrgeiz.
Zweitens spaltet sich der FFM-Faktor Offenheit für Erfahrungen im HPI in
Wissbegierde und Lernansatz auf. Darüber hinaus sind der HPI und das FFM jedoch
identisch: FFM Neurotizismus hängt mit HPI Ausgeglichenheit, FFM
Verträglichkeit mit HPI Einfühlungsvermögen und FFM Gewissenhaftigkeit mit HPI
Besonnenheit zusammen.
46. Warum werden die Hogan Fragebögen nicht „Selbstauskunft“ genannt?
Unsere Antwort auf diese Frage
unterscheidet sich zu der der meisten Anbieter psychologischer Fragebögen in
drei Aspekten. Zunächst gehen wir davon aus, dass Menschen, die unsere
Fragebögen beantworten, nicht über ihr Verhalten berichten, sondern die
Bewertung ihres Verhaltens und wie sie selbst gesehen werden möchten – genau
so, wie sie es in jeder Unterhaltung auch tun würden. Zweitens beschäftigen wir
uns nicht damit, wie Menschen bestimmte Fragen beantworten, sondern was ihre
Antworten vorhersagen können. Beispielsweise scheint jemand, der die Aussage
„Ich nehme jeden Abend von der Arbeit einen anderen Weg nach Hause“ bejaht,
eher kreativ und abenteuerfreudig zu sein und genau diese Schlussfolgerung
interessiert uns. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Person wirklich jeden Tag
einen anderen Weg ausprobiert, weil es um die Interpretation und nicht um das
Antwortverhalten an sich geht. Drittens versuchen wir nicht etwas zu messen,
sondern Leistung am Arbeitsplatz vorherzusagen.
47. Wäre es möglich, alle zu den Skalen zugehörigen Items zu erfahren?
Hogan kann leider keine Auskunft über die
Zuordnung von Items zu spezifischen Skalen geben, da der Auswertungsschlüssel
geistiges Eigentum von Hogan ist.
48. Für welche Unternehmensgrösse ist Hogan geeignet?
Hogan liefert die Ergebnisse seiner Persönlichkeitstests immer als Vergleichsmaßstab. Dies ermöglicht Unternehmen, Ihre Mitarbeiter und ihr Management mit anderen weltweit zu vergleichen. Diese Benchmarks helfen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sich kosten- und zeiteffizient internationale Expertise ins Haus zu holen.
49. Fehlt beim Test nicht auch das persönliche Gespräch?
Testverfahren werden in der Regel immer als Teil eines Testsystems eingesetzt. Testteilnehmer werden eingeladen, die Tests auszufüllen. Ihnen wird der Testablauf beschrieben und mitgeteilt, wer die Ergebnisse und zu welchem Zweck auswertet. Die Testergebnisse selbst dienen immer nur dem Unternehmen zur Entscheidungsvorbereitung. Für die Kandidaten, die in die engere Wahl kommen, sollte es immer auch zusätzliche Verfahren und ein persönliches Gespräch, um die Person kennen zu lernen. Nur so lässt das Bild von ihr abrunden.
50. Akzeptieren Bewerber die Tests?
Unternehmen, die Persönlichkeitstests einsetzen zeigen, dass Ihnen eine objektive Bewertung der Eignung und der Entwicklungschancen ebenso wichtig ist, wie ein persönliches Gespräch. International anerkannte und valide Verfahren sind heutzutage ein Baustein im Bewerbermarketing.
51. Setzt man Bewerber und Mitarbeiter mit Tests nicht zu sehr unter Druck?
Kein Hogan Test setzt Testteilnehmer unter Druck, auch nicht die kognitiven Leistungstests. Selbst der HDS, der Risikoverhalten unter Stress vorhersagt, nutzt ein bekanntes Antwortformat und gibt kein Zeitlimit vor.
52. Kann man die Testergebnisse „verschönern“?
Nur knapp 2% aller Testteilnehmer versuchen das Testergebnis zu manipulieren, in dem sie unwahre Aussagen machen oder Fragen nicht gewissenhaft oder zufällig beantworten. Hogan erkennt diese Versuche durch Kontrollfragen. Weniger als 5% versuchen sich im Test in ein besseres Bild zu rücken. Diese Fähigkeit wird von Hogan gemessen und in den Berichten dargestellt, so dass dies bei der Interpretation und Entscheidungsfindung berücksichtigt werden kann.
53. Wie viel Realitätsbezug haben die Hogan Tests?
Der Realitätsbezug der Hogan Ergebnisse ist enorm. Die zahlreichen und teilweise veröffentlichen Validierungsstudien zeigen dies. Hogan ist bekannt dafür, Leistung in Unternehmen vorherzusagen und das selbst über lange Zeiträume hinweg. Damit können Erfolg im Beruf, im Vertrieb, in der Führung, in der Arbeitssicherheit und vielen vom Unternehmen selbst zu bestimmenden Kriterien vorhergesagt werden.
Führungskräfte sollten auf ihr Potential getestet werden, Menschen und Geschäfts führen zu können. Nur so können teure Fehlbesetzungen vermieden und Stelleninhaber gefördert werden. Die Tatsache, dass eine Person eine Führungsposition bekleidet bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie sie auch ausfüllen kann.